Ohne Bienen kein Obst

text NATALIE AVANZINO foto CHRISTOPH RUCKSTUHL

 

Die Zahl der Bienen ist weltweit rückläufig, entsprechend gefährdet ist die ausreichende Bestäubung vieler Pflanzenarten. Ein ETH-Spin-off hat nun ein Projekt entwickelt, das den Bestäubungsprozess in der nächsten Umgebung unterstützt.

Bienen sind die wichtigsten Mitarbeiterinnen der Obstbauern, denn ohne bestäubte Blüten gibt es kein Obst. Neben Honigbienen gibt es allein in der Schweiz über 600 Arten Wildbienen. Rund ein Drittel unserer Lebensmittel wird aus Pflanzen hergestellt, die auf die Bestäubung durch Insekten, vor allem durch Bienen, angewiesen sind.

 

Mauerbienen stechen nicht

Dieser Prozess ist durch das weltweite Bienensterben gefährdet. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Populationen vieler Arten markant zurückgegangen. Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Die meisten Bienen sind auf ein sehr spezifisches Blütenangebot und geeignete Nistplätze angewiesen. Durch die Zersiedlung und die Intensivierung der Landwirtschaft wurden diese Habitate immer weiter voneinander getrennt, so dass die Bienen weniger geeignete Flächen für die Aufzucht ihrer Brut finden.

Zwei Zürcher Biologen bringen nun die lokale Bienenpopulation in Schwung. 2014 haben Claudio Sedivy und Tom Strobl das ETH Spin-off Wildbiene und Partner gegründet und vertreiben ein eigens dafür entwickeltes Bienenhäuschen an Private. Das «Bee Home» enthält ein Bambusröhrchen mit einer Startpopulation von 15 Mauerbienenkokons. Jeder dieser ungefähr erdnussgrossen Kokons enthält eine voll entwickelte einheimische Mauerbiene im Stadium der Winterruhe. Im Frühling schlüpfen die Bienen aus dem Röhrchen und bestäuben die Pflanzen im Umkreis von etwa dreihundert Metern. «Keine Sorge, die Mauerbienen sind harmlos, sie stechen nicht», betont der 33-jährige Strobl. Dafür könne man aus nächster Nähe in deren faszinierende Welt eintauchen. Die emsigen Weibchen sammelten Pollen und Nektar, um in den Bambusröhrchen ihre Jungen zu versorgen, erzählt der Jungunternehmer. (...)

 

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