text  HANNELORE SCHLAFFER foto WDR

 

Das Licht von hinten ist Licht von innen - warum uns Computerbildschirme süchtig machen.

 

Über die Computersucht ist schon viel nachgedacht worden - meist wird sie auf Inhalte wie Fun und Sex, Gewalt und Games zurückgeführt. Dass es das Licht von hinten ist, das uns derart fasziniert, ist ein neuer Gedanke. Er findet Halt in einer uralten ikonografischen Tradition.

Das iPhone, dies so praktische und handliche Gerät, aus dem sich Termine, Wetterlagen, Stadtpläne, Fahrbahnauskünfte abrufen lassen, ist zum ständigen Begleiter des modernen Menschen geworden. Informationen aber sind es am wenigsten, weshalb es so eifrig genutzt wird von Stadtbesuchern und Leuten auf dem Weg zur Arbeit, von Mädchen vor allem, denen es inzwischen auch die Mütter nachtun, und Knaben, die so beschäftigt aussehen wollen wie Manager. Kaum haben sich diese Leute niedergelassen in Bus, Bahn oder Café, schon tun sie den wohlbekannten, ihnen selbst kaum bewussten Griff in die Tasche. Auch auf Strassen sieht man Mädchen laufen, mit dem Blick auf das Bildchen gerichtet, an Ampelübergängen warten sie, ohne aufzusehen, sie überqueren die Fahrbahn, ohne um sich zu blicken. Traumwandler sind sie alle, sobald sie nach dem kleinen Ding, einem Handschmeichler, gegriffen haben. Wer dann noch sein Auge von ihm wendet, hat einen geistesabwesenden Blick.

 

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