text  WOJCIECH CZAJA

 

Die heurigen Baukulturgespräche beim Europäischen Forum Alpbach widmeten sich der lebenswerten und gerechten Stadt. Dazu gehört auch die viel zitierte und selten eingelöste Leistbarkeit von Wohnraum. Ein paar Ansätze im Vergleich.

Ein Rückblick.

 

Vor wenigen Tagen gingen im hübschen Tiroler Kleinod Alpbach die Europäischen

Baukulturgespräche zu Ende. Das übergeordnete Thema lautete heuer: „At the

Crossroads. Lebenswerte und gerechte Städte schaffen“. Präsentiert wurden

Initiativen und künstlerische Quartiersimpulse zwischen Ljubljana und Rio de

Janeiro, Überlegungen zu einer neuen Form von urbaner Nachbarschaft sowie

architektonische und stadtplanerische Reaktionen auf die stetig wachsende Stadt.

Und dann war da noch die Leistbarkeit, die in vielen Vorträgen und Diskussionen

angeschnitten wurde. Denn leistbar – darin waren sich fast alle Diskutanten

einig – ist das Wohnen in den Ballungsräumen schon lange nicht mehr. „Einen

hohen, ernstzunehmenden Grad an Leistbarkeit zu erreichen erfordert Fokus und

Durchhaltevermögen in der Willensbildung“, sagte Michael Wagner-Pinter, CEO der

Synthesis Forschung Gesellschaft in Wien. „Das kann man nicht einfach an die

Politik delegieren. Da muss die Privatwirtschaft mit anpacken.“

Leichter gesagt als getan. Denn tatsächlich werden die Zentren immer teurer und

teurer. Schuld daran sind nicht nur Grundstückspreise, sondern auch die

kontinuierlich steigenden Anforderungen an den Wohnbau.

„Wenn wir von leistbarem Wohnen sprechen, dann müssen wir die Häuser für

Menschen in Zukunft von jenen für Autos trennen“, forderte Verkehrspapst Hermann

Knoflacher. „Wenn wir uns dazu nicht überwinden, wird das nicht klappen, denn

ein großer Teil unserer Wohnkosten fließt in unterirdische Garagen.“ Und Georg

Pendl, Präsident der Bundes-Architektenkammer, meinte: „Wir alle zitieren immer

wieder die wunderbaren Wohnbauten der Pariser Architekten Lacaton & Vassal, wenn

es um leistbares Wohnen geht. Völlig zu Recht! Doch die Wahrheit ist: Wenn ich

so ein Haus in Österreich baue, dann lande ich im Gefängnis.“ (…)

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